Donnerstag, 14. März 2013

Arztbesuch

Ich rutsche nervös auf dem weissen Stuhl hin und her. Die Ärztin blickt mich durchdringend an.

"Du bist sehr dünn...Kann es sein dass du ein Problem mit dem Essen hast?!"
Ich schüttle den Kopf, sehe an ihr vorbei aus dem Fenster.
"Nein..Nein, echt nicht..! Ich bin einfach sehr schlank.."

Sie sieht mich prüfend an.  Ich sage nichts mehr.

Als ich mich auf die Liege legen musste, hat sie mein Herz abgehört, ihr Stethoskop an meine Rippen gedrückt. Seltsame Blicke, doch die bin ich gewohnt. Wenn sie meine Arme gesehen hätte, würde sie mir nicht glauben.
Ich hasse Arztbesuche. Alles wie immer.
Sie redet über Blutwerte, doch ich höre nicht mehr richtig zu. Sie redet von Medikamenten, die ich sowieso nicht nehmen werde.
Ich warte. Ungeduldig. Endlich gibt sie mir die ganzen Zettel, und ich fliehe beinahe schon aus der Praxis.

Draußen steige ich auf mein Fahrrad. Das Fahrradfahren tut mir gut. In meinen Haaren weht der Wind, in meinen Ohren hämmern die Bässe der E-Gitarren. Ich weis nicht wohin. Das weis ich nie. Aber in Bewegung bleiben ist besser als anhalten.

Dienstag, 12. März 2013

wertlos.

Ich weis nicht, was ich denken soll. Ich fühle mich wertlos. Unerwünscht. Überflüssig. Ich möchte weinen, doch aus meinen Augen fließt keine Träne. Ich sehne mich nach etwas, und weis doch nicht nach was. 

Nach Zuneigung? Liebe? Leben?

Vermutlich von allem etwas. Und doch ist das, was ich mir wünsche, das was mir fehlt, so ungreifbar. Nicht erklärbar. Und nicht zu verstehen. Nicht einmal für mich.

Wenn ich mich schon selbst nicht verstehe, dann kann ich das von keinem anderen erwarten. Mich kann man nicht verstehen. 
Ich bin verloren in einer Winterwelt, die nur in meinem Kopf existiert. 

Ich fühle mich schwach und kraftlos. Auch wenn ich kein Fieber mehr habe, fühlt sich mein Körper immer noch krank an. Müde und kraftlos.
Phasen von Nicht-Essen und Essen-Erbrechen wechseln sich ab. Ich komme mit meinem Körper nicht klar. Der Selbsthass steigert sich in unerkannte Höhen, wenn ich mich selbst im Spiegel sehe.

Wertlos.

Freitag, 8. März 2013

Just everyday life

Die Wolken ziehen über den Himmel und verschwinden am Horizont. Wo ist der Sinn des Lebens? Die Fragen ziehen durch meinen Kopf, werden tausendfach auf den Himmel projiziert und verschwinden ebenfalls. Am Horizont. Im Irgendwo. Im Nirgendwo. 

Ich verschwinde zwischen den Grenzen. Ferien sind nicht gut für mich. Die Nacht wird mein Tag, ich verschlafe all den überflüssigen Sonnenschein, der ja sowieso nicht zu meiner Stimmung passt, und tauche ein in die Dunkelheit. Vergessen. Das ist das einzige was für mich noch zählt. Zu viel Alkohol, zu viel Lachen. Zu viele depressive Gespräche. Zu viel nachdenken, zu viel nicht  mehr denken können. Zu viel kotzen.

Über welche Grenze will ich wirklich gehen? Ich will wissen, was dahinter ist. Will wissen, was hinter allem steht. Will die Antworten auf all meine Fragen finden, die diese Welt nicht kennt. Die irgendwo hinter dem Horizont warten. Oder auch nicht. 

Warum ist der Gedanke an den Tod so faszinierend?

Dienstag, 5. März 2013

depressiv

Neue Wellen der Dunkelheit schlagen über mir zusammen und begraben mich darunter. Zerren mich in die Tiefen meiner eigenen Finsternis. Depression. 

Ich lebe, und lebe doch nicht. Ich bin auf der Suche nach etwas, das ich nicht finden kann. Ich weis nicht was ich will. Denn es gibt nichts, was ich will. Die Suche nach etwas wie Sinn oder Bedeutung ist so groß und unermesslich, und ich so klein, unbedeutend.
Ich bin übrig geblieben. Stehe noch immer an der selben Stelle, während alle anderen schon lange weitergegangen sind.
Die Dunkelheit hält mich fest. Und es ist meine eigene Dunkelheit. Meine eigene depressive Gedankenwelt, die die Welt nur in grau- und schwarztönen malt und jeden meiner Schritte so schwer machen, mir das Laufen erschweren, denn ich habe weder einen Weg noch ein Ziel. 
Ich schwebe, so fühlt es sich an. In einem dunklen, luftleeren Raum. Es nimmt mir den Atem. Ich kann nicht einmal schreien. 

Ich brauche keine Hilfe. Ich will keine Hilfe.  Aber ich kann nicht mehr. Die Stimmen in meinem Kopf streiten sich. Und ich weis doch, dass ich es niemals jemandem erzählen werden. Niemals jemandem erzählen kann. Auch wenn ich es mir so sehr wünsche.

Montag, 4. März 2013

ertrinken

Ich drehe mich hin und her, und kann doch nicht einschlafen. Die Nacht ist noch lang. Normalerweise meine liebste Tageszeit. Normalerweise mein Tag. Doch ich kann mich kaum bewegen, jede Bewegung tut mir weh. Atmen fällt schwer. Noch immer Fieber. Immer noch krank.
Quälend langsam verstreichen die Stunden, die mich durch unruhige Träume jagen. Oft wache ich auf, schrecke aus einem Alptraum, und sinke zurück in die Kissen. Schlafe ich oder bin ich wach?
Als ich aufwache, ist es halb elf vormittags. Ich reibe meine Augen, setze mich im Bett auf, und blicke zum Fenster, wo Sonnenlicht durch die Jalousinen fällt. 
Es wird Frühling. Der Winter ist bald vorbei. denke ich, emotionslos.
Der Winter draußen vielleicht. Aber nicht der Winter in mir.

Jeden Tag wird der Drang stärker, mir eine Klinge in den Arm zu rammen. Ein einziger richtiger Schnitt, dann ist es vorbei. So einfach. Nein.
Ich drücke mir die Hände auf die Ohren, will die Stimme nicht hören, die in mir flüstert. Doch ich kann sie nicht ausblenden. Sie ist teil von mir, ebenso wie die Dunkelheit und die Kälte.

Die Depression, Essstörung, das Schneiden...Ich schaffe es nicht, da wieder raus zu kommen. Ich versinke immer tiefer in der Dunkelheit. Ertrinke, will frei atmen, nach Luft schnappen, doch die Dunkelheit zieht mich immer tiefer hinab. 
Ich bin für immer dein. Ob ich will oder nicht. 

Sonntag, 3. März 2013

Irgendwann

Es ist Zeit. flüstert die Stimme in meinem Kopf. Ich will aufgeben, will mich ihr und der Dunkelheit hingeben, doch ich kann nicht. Noch nicht. Irgendetwas scheint an mir zu zerren, scheint mich in ganz andere Richtungen zu ziehen. Leben ist so schwer. Doch es ist möglich, wenn man es nur will. Irgendwann. Vielleicht. Ich glaube ich klammere mich an diese Hoffnung. Irgendwann. Vielleicht wird es eines Tages besser. Vielleicht.

Ich habe Ferien, und ich versuche sie zu nutzen. Zu genießen. Mich fallen zu lassen und zu vergessen. Doch es funktioniert nicht. Alkohol. Lachen und leise Stimmen. Fiebrige Gedanken. Tage im Bett verbracht. Man sollte nicht trinken, wenn man so Fieber hat. Ein neuer Morgen, der sein Licht durch das Fenster ergießt. Ich wache auf. Liege still und blinzle. Und fühle mich noch immer so unruhig. Die Unruhe verlässt mich nicht, jeden Tag. Ich weis nicht, was ich will. Weis nichts mit mir anzufangen. Ich würde am liebsten meinen Kopf gegen den Spiegel schlagen und mir die Splitter in den Arm rammen
Nein.

Irgendwann. Irgendwann ist so weit weg. Irgendwann ist vielleicht niemals. Und doch kann irgendwann schon sehr bald sein. Man muss nur daran glauben. Ich versuche es.