Montag, 18. Februar 2013

Das schöne Rot

Ich habe es vermisst, und begrüße es wie einen alten Freund. Das blutige Rot, das aus meinen Schnitten tropft...Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, und doch sind es nur Wochen, Tage, in denen ich es geschafft habe, es nicht zu tun. Auch wenn meine Gedanken ständig damit beschäftigt waren, ich es in Gedanken gefühlte Tausend Mal getan habe...
Mein Leben dreht sich im Kreis. Ich fühle entweder nur Leere oder nur Schmerz. Den ich mit Medikamenten oder Alkohol zu betäuben versuche.
Mein Leben ist ein Scherbenmeer. An jeder Scherbe kann ich misch schneiden, eine jede reisst alte Wunden wieder auf. Das schöne Rot, das meine Adern verlässt, und jeden Splitter mit meinem Blut benetzt...
Ich weis dass es falsch ist. Doch ich kann nicht anders. 
Und es ist mir egal.

Sonntag, 17. Februar 2013

Ein weiterer Tag

Angst strömt durch meine Adern und ich kann nicht mehr klar denken. Erinnerung und Wirklichkeit verschwimmt vor meinen Augen und ich fühle mich viele Jahre in der Zeit zurück versetzt. Mein Körper ist wie erstarrt, kein Laut kommt aus meinem Mund. Obwohl es nur ein paar Minuten sind, kommt es mir vor wie eine Ewigkeit. Dann bin ich wieder in der Realität, nehme meine Umgebung und die seltsamen Blicke der Menschen wieder wahr, stehe da und atme und selbst das fällt mir so schwer. 
Doch die Angst bleibt. Sie verfolgt mich durch den Tag. Folgt mir durch die Nacht und in den nächsten Tag. Kein Ende in Sicht. Es gibt kein Ende, solange mein Leben nicht zu ende ist...
Wenn ich in den Spiegel blicke, dann kann ich im Gesicht des Spiegelmädchens die tiefe Traurigkeit sehen, die die mein ständiger Begleiter ist, und die Leere, die mich komplett ausfüllt und nichts anderes mehr übrig lässt...Ich bin nicht einmal mehr ein Schatten. Ich bin weit weniger als das. Ich bin nichts mehr, ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich überhaupt noch existiere.

Ich quäle mich durch den Tag. Und weis nicht wofür. Einfach aufgeben. Mein Körper ist müde. Mein Verstand ist es auch. Aufgeben ist so verlockend. Einschlafen und nie wieder aufwachen. Das ist mein größter Wunsch. 

Samstag, 16. Februar 2013

It's just me

Ich weis nicht mehr, was ich tun soll. In meinem Kopf geht alles durcheinander. Ich fühle zu viel, und fühle nichts. Ich atme tief die eiskalte Winterluft ein, und versuche die Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen. Doch ein Gedanke bleibt übrig. Ein Gedanke bleibt immer übrig, selbst wenn es für einen Moment gelingt den Rest auszublenden.
Du bist es nicht wert. Du hast es verdient. Selbsthass.
Ich schließe die Augen, der Drang ein Messer zu nehmen, und mal wieder in meine Haut zu schneiden wächst und wächst. Du hast versprochen es nicht mehr zu tun.
Versprechen sind doch nichts wert in dieser Welt. 
Ist doch alles nichts neues. Das Gefühl der Verlorenheit. Das Gefühl, mich selbst zu verlieren. Den Boden unter den Füßen zu verlieren, und zu fallen. Fallen, fallen. Verletzt werden, und es mit einem Lächeln überspielen, weil schon lange keine Tränen mehr fließen. Absolute innere Leere. Vor Angst nicht mehr schlafen können. Mich durch Alpträume und schlaflose Nächte quälen. Und sobald ich aufstehe geht der Alptraum weiter.
It's just me.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Die Welt hinter Mauern

Ich kann anderen Menschen nur weh tun. Menschen die mir wichtig sind. Einige wenige Menschen, bei denen ich merke, dass ich ihnen wichtig bin. Ich kann damit nicht umgehen. Auch wenn mich die Einsamkeit langsam auffrisst, ertrage ich in vielen Momenten die Nähe der anderen nicht. Ich will ihnen nicht weh tun. Will sie nicht von mir stoßen. Und doch geschieht genau das, durch meine in diesen Momenten abweisende Art, wie eine Mauer an der jedes noch so gut gemeinte Wort abprallt und von mir alles negativ gesehen wird. In diesen Momenten kann ich nicht reden. Und will es auch nicht. Ich sehe den verletzten Ausdruck in den Augen der Person. Es tut mir Leid. Es tut mir so leid. Ich wünschte, ich wäre so wie ihr. Ich wünschte ich könnte reden und lachen, statt in Depressionen und schlechten Erinnerungen zu hängen, einzutauchen in die Dunkelheit...Doch ich sage nichts. 
Es tut mir leid. Ich hasse mich, für das was ich bin.

Mittwoch, 13. Februar 2013

leer.

Dreck liegt auf den Straßen und nimmt dem Schnee das Weiß. Der Lärm der Autos mischt sich mit der Musik in meinem Kopf. Ich laufe durch die Straßen, mein Kopf ist leer. Habe wieder mal einen Test verhauen. Doch es ist mir egal. Auf dem Weg zur S-Bahn achte ich nicht auf die Menschen und die Straßen, fühle allein die Musik in meinem Kopf, in mir. Eine Ladentür geht auf, und mit den Menschen  dringt der Geruch nach warmem Essen heraus. Ich gehe schnell weiter. Es ist eiskalt. Mein Körper ist eiskalt, Dampfwolken schweben vor den Mündern der Menschen. Die S-Bahn spuckt Menschen aus, und ich lasse mich davon verschlucken. Blicke aus dem Fenster auf die vorbeiziehende Welt. Kopfschmerzen. Beinahe wäre ich eingeschlafen und hätte meine Station verpasst. Verdammte Müdigkeit.

Alles ist so leer. Doch am allermeisten ich selbst.

Dienstag, 12. Februar 2013

Verlorene Welt

Individualität ist das einzige Ideal, das noch übrig bleibt in einer Gesellschaft, in der alle und alles grau ist. Doch gerade darin, dass jeder anders sein will, jeder er selbst und etwas anderes sein will, sich von den anderen unterscheiden will, damit seine Existenz wahrgenommen wird, gleichen sie sich letztendlich doch. Individualität geht unter in einem Meer von Regeln und Normen, in der Gesellschaft und den Massen, in den Städten die Lärm und Dampf ausspucken als würden in den Fabriken Menschen gemacht statt Produkte für Menschen.

Ein einzelner Mensch spielt keine Rolle. Ein einzelner Mensch fällt gar nicht auf. Ein einzelner Mensch fällt auf die Nase, und niemand fängt ihn auf. 
"Wer bin ich?" ist die Frage, die über allem steht. In rot sehe ich sie auf dem Spiegel stehen, sehe nur Fragen aber sehe nicht mich. Wer bin ich? ist schon lang keine Frage mehr. Das ist meine Identität.

Die allgemeine Verlorenheit der Menschen ist nur ein Ergebnis davon. In einer Welt, die nur fordert und hohe Erwartungen stellt, die ich nicht erfüllen kann und nicht erfüllen will, wächst in mir der Wunsch, zumindest irgendetwas zu können, wenn man schon sonst nichts kann. Der Wunsch, mich fallen zu lassen, in dem Wissen dass mich niemand auffängt. Immer wieder. Grenzen überschreiten, die endgültig sind. Weiter gehen, als andere gegangen sind. Auf der Suche nach vergessen. Auf der Suche nach Leben. Auch wenn nur für einen kurzen Moment. Das ist es wert. Mich dafür kaputt zu machen ist es wert. Zumindest in diesen Augenblicken. Fallen. Und das Fallen genießen, statt den Aufprall zu fürchten.

Lachen quillt aus meinem Mund, als hätte es sich da ewig lang angestaut. Zu viel Alkohol und Medikamente, zu wenig Schlaf, fast nichts gegessen. Keine Kontrolle mehr über den Körper, doch das ist nicht wichtig. Alles dreht sich, doch Karussell fahren ist lustig. Die Welt steht Kopf wenn ich auf dem Boden liege. Doch ich fühle keinen Schmerz mehr, ich fühle nichts außer Leichtigkeit und Lachen. Der Rest ist verschwunden, für einen Moment kann ich vergessen wer ich bin. Ich fühle die Welt, fühle dass ich da bin, fühle dass das ein Stück leben ist, und es fast nah genug ist, um danach zu greifen. Fast.

Immer wieder.

Dienstag, 5. Februar 2013

Jeder Tag ein Kampf.

Ich kämpfe. Jeden Tag. Denn allein der Alltag fällt mir so schwer. Ich kämpfe gegen die Stimmen in meinem Kopf. Kämpfe gegen die Leere, die mich von Innen heraus zerstört, indem ich mich selbst zerstöre. Kämpfe gegen meinen Körper, der nicht sterben will, obwohl ich nicht weis, was es bedeutet zu leben. Ich existiere. 
Ich kämpfe gegen die Müdigkeit und Schwäche, gegen den Schlaf und die Alpträume. Gegen die Rahmen und Normen, in die mich meine Eltern und die Gesellschaft pressen wollen, ohne sich dafür zu interessieren ob ich auch hinein passe, ob es das ist was ich will, oder sich dafür zu interessieren was ich will und wer ich bin. Alle sehen nur das in mir, was sie gerne sehen wollen. Und reagieren mit Ablehnung und Hass wenn sie bemerken dass ich das nicht bin.
Ich sehe die Dunkelheit, spüre sie in jeder Faser meines Körpers. Doch die Vorstellung von "Leben" ist nur ein ferner, unwirklicher Traum. Ich fühle nichts oder fühle Schmerz.
Wertlos. Abfall der Gesellschaft, heftet mir ein Preisschild mit einer dicken, fetten null an.  
Ich kämpfe weiter, weil es alles ist was ich kann. Weil ich, wenn ich es nicht tue, nichts und niemand mehr bin, nichts mehr habe, keine Identität, keinen Traum, gar nichts. Ich bin absolut leer. Ich habe nichts mehr, wofür sich das alles lohnt, denn meine Hoffnung ist erloschen wie eine Kerze im Wind. Doch aufgeben will mein Verstand nicht. Darum kämpfe ich weiter, vor allem gegen mich selbst.

Montag, 4. Februar 2013

Schmerz

Schmerz ist das einzige was noch wirklich ist. Das einzige, das sich wirklich anfühlt. Alles andere zieht vorbei. Worte tun weh. Erinnerungen tun weh. So oft starre ich aus dem Fenster, und fühle mich nicht echt. Als wäre ich gar nicht mehr da. Doch wenn ich das Blut auf den Boden tropfen sehe fühlt es sich wirklich an. Und wenn ich vollkommen erschöpft in meinem Zimmer Gymnastik mache, und kurz davor bin zusammenzubrechen, dann fühlt sich das auch wirklich an. Ich spüre, dass ich noch da bin. Der Schmerz fühlt sich befreiend an, ist er doch tausend mal besser als nichts. Besser als Leere. Ich mag den Schmerz, denn er vertreibt - zumindest für eine kurze Zeit - die Angst.
Was stimmt mit mir nicht?

Sonntag, 3. Februar 2013

Schmerzhafte Erinnerungen.

Alte Fotos, über die ich zufällig gestolpert bin, auf der Suche nach etwas völlig anderem, lassen mich in der Bewegung inne halten, und alles andere vergessen. In Sekundenbruchteilen strömen die alten Erinnerungen durch meinen Kopf. Verdrängt. Nie vergessen. Meine Hand zittert. Ich betrachte das Bild des etwa 8-jährigen Mädchens, das ich sein sollte. Das ich bin. Das ich war.
Doch ich sehe keine Ähnlichkeit. Spüre keinerlei Verbindung. Sehe das traurige Gesicht. Ein Kindergesicht ohne Lächeln. Ich sehe auf allen alten Bildern so aus. Ich hasse mich für das, was ich damals war, und für das was ich geworden bin. Ich wollte nicht so enden, nie. Und schon damals hatte ich keine Hoffnung mehr. Ich war 8 und abgrundtief verzweifelt. Ich will mich nicht erinnern. Ich versuche die Bilder in meinem Kopf zurück zu drängen, will mich nicht erinnern.
Ich hasse diese Flashbacks. Die in wenigen Sekunden so vieles zurück bringen was man die meiste Zeit mehr oder weniger erfolgreich verdrängen kann.
Ich hasse diese Momente, die einen so klein machen, dass man das Gefühl hat sich in die Ecke zu kauern und in die kleinste Ritze kriechen zu können. Ich hasse das Gefühl der Hilflosigkeit und der Verzweiflung, die Erinnerung an all die Tränen. Der Wunsch stark genug zu sein, um das alles irgendwie zu ertragen.
Und heute weis ich, dass man es gar nicht kann. Man kann nicht stark genug sein. Man kann nur so tun als ob und all die Dinge in einer kleinen dunklen Kiste irgendwo in den Tiefen des eigenen Bewusstseins verschließen.
Doch das Schloss funktioniert nicht richtig, und springt bei der kleinsten Erschütterung wieder auf...

Samstag, 2. Februar 2013

Selbsthass

Ein neuer Blog. Ein weiterer Versuch, von all dem Mist loszukommen, mit meinen Gedanken und mir selbst klar zu kommen. Doch es ist so schwer. Ich bin nur eine Marionette, die an stählernen Fäden hängt, eine Gefangene im Käfig meiner eigenen Gedanken. Es ist schwer, alles ist so schwer. Die Stimmen, die in meinem Kopf wispern sind immer da, und ich habe nicht die Kraft, sie zurückzudrängen, sie zu vernichten. Wertlos. Du bist wertlos.
Selbsthass. Rote Wellen von Selbsthass branden über mich hinweg, schlagen über mir zusammen und nehmen mir die Luft zum Atmen. Ich weis nicht wohin, weis nicht, wer ich bin. Ich hasse diesen Körper. Ich hasse das, was andere und ich selbst damit gemacht haben. Ich hasse mich. Hasse das, was ich bin.
Ich will die Klingen in meinen Arm rammen, neue Schnitte, neues Blut, und weis doch: es wird nie genug sein. Darum versuche ich den Drang zu unterdrücken, sonst wird es niemals aufhören, auch wenn es so schwer ist...