Alte Fotos, über die ich zufällig gestolpert bin, auf der Suche nach etwas völlig anderem, lassen mich in der Bewegung inne halten, und alles andere vergessen. In Sekundenbruchteilen strömen die alten Erinnerungen durch meinen Kopf. Verdrängt. Nie vergessen. Meine Hand zittert. Ich betrachte das Bild des etwa 8-jährigen Mädchens, das ich sein sollte. Das ich bin. Das ich war.
Doch ich sehe keine Ähnlichkeit. Spüre keinerlei Verbindung. Sehe das traurige Gesicht. Ein Kindergesicht ohne Lächeln. Ich sehe auf allen alten Bildern so aus. Ich hasse mich für das, was ich damals war, und für das was ich geworden bin. Ich wollte nicht so enden, nie. Und schon damals hatte ich keine Hoffnung mehr. Ich war 8 und abgrundtief verzweifelt. Ich will mich nicht erinnern. Ich versuche die Bilder in meinem Kopf zurück zu drängen, will mich nicht erinnern.
Ich hasse diese Flashbacks. Die in wenigen Sekunden so vieles zurück bringen was man die meiste Zeit mehr oder weniger erfolgreich verdrängen kann.
Ich hasse diese Momente, die einen so klein machen, dass man das Gefühl hat sich in die Ecke zu kauern und in die kleinste Ritze kriechen zu können. Ich hasse das Gefühl der Hilflosigkeit und der Verzweiflung, die Erinnerung an all die Tränen. Der Wunsch stark genug zu sein, um das alles irgendwie zu ertragen.
Und heute weis ich, dass man es gar nicht kann. Man kann nicht stark genug sein. Man kann nur so tun als ob und all die Dinge in einer kleinen dunklen Kiste irgendwo in den Tiefen des eigenen Bewusstseins verschließen.
Doch das Schloss funktioniert nicht richtig, und springt bei der kleinsten Erschütterung wieder auf...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen