Am Montag hatte ich Weisheitszahn-OP, mir wurden unter Vollnarkose alle Weisheitszähne raus operiert, da mein Kiefer zu klein ist...Angst hatte ich eigentlich keine, nur als ich dann im Wartezimmer saß, allein weil meine Tante noch arbeiten musste, haben meine Hände gezittert. Der Narkosearzt war nicht besonders nett, der scheint es irgendwie eilig gehabt zu haben. :D Außerdem war er mit meinen Blutwerten und den Untersuchungen, die ich vorher beim Hausarzt machen musste und ihm abgeben musste, nicht wirklich glücklich.
Ich musste mich auf den Stuhl setzen, er hat mir EKG Elektroden auf den Körper geklebt, zwei am Herz, das dritte auf den Bauch, bzw auf meine Rippen...da hat er mich schon seeehr komisch angesehen..Dann hat er mir am rechten Arm eine Nadel in die Vene gestochen, und da dann das Narkosemittel injiziert. Ich habe nur noch ein sehr seltsames Gefühl im Kopf bemerkt, dann war ich weg.
Aber ich habe irgendwie seltsame Träume gehabt, während der Narkose. Als ich nämlich wieder aufgewacht bin, in einem anderen Raum in einem Bett statt einem Zahnarzttisch, hatte ich die Bilder noch im Kopf. Aber mir war sehr schwindlig, und ich wusste weder wo ich war noch wie ich dort hin gekommen bin :D
Ich hab mich umgesehen, mein Mund fühlte sich seltsam taub an, und an meinem rechten Arm hing an der Nadel ein Schlauch, der zu einem Infusionsbeutel führt, der an einem Metallständer neben dem Bett steht. Ich versuche mich aufzusetzen, da ist noch ein Bett in dem jedem liegt, ebenfalls mit Infusion. Mir ist schwindlig. Ich kann nicht klar sehen. Eine Zahnarztschwester kommt rein, befiehlt mir mich wieder hinzulegen. Ich versuche etwas zu sagen, aber ich bekomme kein Wort aus meinem Mund, denn er ist immer noch taub, und vollgestopf mit Tüchern, die nach Blut schmecken. Alles dreht sich. Ich sinke aufs Kissen, schlafe ein, für eine Weile.
Als ich wieder aufwache, sitzt meine Tante an meinem Bett. Die Infusion ist zur Hälfte leer. Der Narkosearzt, Anästhesist, kommt herein, um nach mir zu schauen. Fragt wie es mir geht, ob mir schwindlig oder schlecht ist. Schwindlig, sage ich. Schlecht kann mir ja nicht sein, wenn ich seit über einem Tag nichts gegessen habe, denke ich. Dann meint er, zum Glück hat die OP nicht soo lange gedauert, und er musste nicht soo viel Narkosemittel spritzen, denn das wäre nicht gut gewesen, weil ich nicht besonders stabil bin. Am Abend darf ich nach Hause, sagt er.
Meine Tante beginnt dann zu erzählen, ich sage, dass ich während der Narkose komische Träume hatte. Sie lacht nur, und meint: Ach bist du süß. Während der Narkose träumt man nicht, da ist man einfach weg. Ich sage, es war aber so. Ich kann kaum sprechen, wegen den vielen blutigen Tüchern. Eine Schwester bringt mir meine Weisheitszähne, in einer Tüte. Sie sind blutig, und ziemlich groß mit hässlichen Wurzeln.
Meine Tante meint, ich würde aussehen wie aus einem Horrorfilm, mit blutigen Zähnen und Tüchern. Ich lache, aber lachen tut weh. Die Schwester kommt irgendwann und nimmt die Tücher aus meinem Mund, die komplett rot sind. Alles schmeckt nach Blut. Die Infusion ist schon eine ganze Weile leer, und es beginnt weh zu tun, als die Schwester irgendwann nochmals kommt, mir die Nadel aus dem Arm zieht, und meint ich darf nun nach Hause gehen, muss aber heute unbedingt noch etwas essen, sonst macht mein Kreislauf das nicht mit.
Ich fühle mich, als würde ich jeden Moment umfallen. Alles tut weh, ich kann kaum sprechen, alles dreht sich. Meine Tante hält noch kurz an der Apotheke, um Schmerztabletten, die mir verschrieben wurden, zu kaufen. Dann fahren wir zu ihr nach Hause, und ich bin so froh dass ich nicht bei mir zuhause sein muss, nicht bei meiner Mutter sein muss. Ich schaue einen Film, kriege aber nicht wirklich etwas von der Handlung mit. Ich bekomme Suppe gekocht, schaffe es aber nicht zu essen. Ich kriege den Mund kaum auf. Ich muss die ganze Zeit husten, was sehr weh tut. Die Nacht war furchtbar. Alpträume und Panikattacken wechseln sich ab, ich liege wach im Bett, die Zeit verstreicht, ich habe wahnsinnige Panik und weis nicht wovor. Ich Träume und bin doch wach. Und umgekehrt. Mein Mund, die frischen Nähte und Wunden, tun weh. Die Zeit vergeht nur langsam. Das sind die Nachwirkungen der Narkose, das weis ich.
Am nächsten Morgen fühle ich mich alles andere als gut, und das änderst sich auch in den folgenden Tagen nicht wirklich. Die Schmerztabletten zeigen bei mir keine Wirkung. Ich brauche eine halbe Stunde für eine Tasse Kräutertee :D Und für einen Teller Suppe.. Eigentlich sitze ich nur herum, und schaue mir Filme an, während mein Kopf, mein Hirn, sich immer noch so seltsam anfühlt. Nachwirkungen der Narkose.
Die folgenden drei bis vier Tage vergehen. Heute, am fünften Tag, geht es mir wieder besser. Die meisten Leute finden die blutigen Weisheitszähne eklig, aber ich finde sie irgendwie cool :D
Ich hoffe mal, ihr hattet eine bessere Woche. ;) Alles Liebe an meine Leser :)