Montag, 4. März 2013

ertrinken

Ich drehe mich hin und her, und kann doch nicht einschlafen. Die Nacht ist noch lang. Normalerweise meine liebste Tageszeit. Normalerweise mein Tag. Doch ich kann mich kaum bewegen, jede Bewegung tut mir weh. Atmen fällt schwer. Noch immer Fieber. Immer noch krank.
Quälend langsam verstreichen die Stunden, die mich durch unruhige Träume jagen. Oft wache ich auf, schrecke aus einem Alptraum, und sinke zurück in die Kissen. Schlafe ich oder bin ich wach?
Als ich aufwache, ist es halb elf vormittags. Ich reibe meine Augen, setze mich im Bett auf, und blicke zum Fenster, wo Sonnenlicht durch die Jalousinen fällt. 
Es wird Frühling. Der Winter ist bald vorbei. denke ich, emotionslos.
Der Winter draußen vielleicht. Aber nicht der Winter in mir.

Jeden Tag wird der Drang stärker, mir eine Klinge in den Arm zu rammen. Ein einziger richtiger Schnitt, dann ist es vorbei. So einfach. Nein.
Ich drücke mir die Hände auf die Ohren, will die Stimme nicht hören, die in mir flüstert. Doch ich kann sie nicht ausblenden. Sie ist teil von mir, ebenso wie die Dunkelheit und die Kälte.

Die Depression, Essstörung, das Schneiden...Ich schaffe es nicht, da wieder raus zu kommen. Ich versinke immer tiefer in der Dunkelheit. Ertrinke, will frei atmen, nach Luft schnappen, doch die Dunkelheit zieht mich immer tiefer hinab. 
Ich bin für immer dein. Ob ich will oder nicht. 

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