Es ist schmerzhaft, in den eigenen
Erinnerungen zu wühlen. Mein Zimmer ist ein einziges Chaos, doch ab und an muss ich mal aufräumen, und ich
sitze dazwischen. Zwischen all den Schachteln und Kisten, all den
Dingen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, weil ich
jemand bin der nur sehr schwer etwas wegschmeissen kann. Und trotzdem
hasse ich die Sachen. Es kleben zu viele Erinnerungen daran.
Schmerzhafte Erinnerungen. An eine Kindheit voller Traurigkeit und
Tränen. Vor mir liegen Bruchstücke meines Lebens. Nein, des Lebens
eines Mädchens, das ich nicht mehr bin. Das ich auch damals nicht
wirklich war. Denn was ich war und bin, das liegt in mir, das bekommt
niemand in der Welt zu sehen. Alle sehen nur die tausend Masken. Alle
sind Gäste meines kranken Maskenballs. Ein Spiel. Mein Leben ist und
war schon immer ein Spiel für mich. Das ist die einzige Möglichkeit
für mich, es auszuhalten. Es ist ein Spiel. An die eigenen Grenzen
gehen, und darüber hinaus.
Am liebsten würde ich all die Dinge
einfach weg werfen. Doch ich kann nicht. Ich bin, was das angeht,
sehr paranoid, weil meine Mutter früher all meine Sachen weggeworfen
hat. Meine Lieblingsspielsachen, wenn sie der Meinung war ich wäre
zu alt dafür und müsse langsam ‚erwachsen‘ werden. Meine
Kleidung, wenn sie der Meinung war, dass sie hässlich ist, oder
einem hässlichen dicken Mädchen nicht steht.
Heute passen mir
die Sachen von damals immer noch, die wenigen die ich noch habe.
Kleidung für 8-Jährige, in denen ich, wenn ich in den Spiegel
schaue, meine Rippen zählen kann. Es ist lange her, dass ich acht
war.
Das Mädchen, dem all diese Sachen
gehören, ist schon lange tot. Ich bin nicht mehr da. Ich bin zu oft
gestorben. Zu oft kaputt gegangen. Es fühlt sich an, als würde ich
in den Erinnerungen einer anderen wühlen, obwohl ich weis, dass es
die meinen sind.
Ein seltsames Gefühl.
Ich will das alles nicht. Ich will
nicht mehr ich sein müssen. Ich will nicht mehr mit all dem Leben
müssen, was passiert ist. Aber ich habe sonst nichts. Ich bin leer.
Ich bin ein seelenloses Etwas, in dessen Augen sich nichts als Leere
und so tiefe Traurigkeit spiegelt, dass die Menschen davor
zurückschrecken. Denn sie spüren die Dunkelheit in mir.
Hey, kriegst einen Blogaward von mir
AntwortenLöschenvon mir auch nen blogaward :)
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